Wir freuen uns sehr, dass unser Kinderhaus zu den ausgewählten Einrichtungen gehört, die sich seit April intensiv mit dem Projektthema „Translanguaging“ beschäftigen.
In unserem Haus werden rund 30 Sprachen und Dialekte gesprochen. Zusätzlich nutzen wir Kindergebärden und Piktogramme. Unser Ziel ist es, die sprachliche Vielfalt in unserem Haus sichtbar zu machen – in Gesprächen, Reimen, Gedichten, Spielen, beim Zählen, Vorlesen und auch in schriftlicher Form. Viele Kinder zeigen uns zum ersten Mal, welche Sprachschätze in ihnen schlummern. Andere entdecken überrascht, wie viele verschiedene Sprachen in unserem Kinderhaus gesprochen werden. Die Kinder beteiligen sich mit großer Begeisterung. Auch viele Familien freuen sich, ihre sprachlichen Kompetenzen und Erfahrungen mit einbringen zu können. Ebenso bereichern die vielfältigen Sprachkenntnisse unseres Teams die tägliche Arbeit.
Aber aus welchem Grund möchten wir alle Sprachen abbilden? Kinder, die mit all ihren Sprachkompetenzen im Kindergarten wahrgenommen und wertgeschätzt werden, sind selbstbewusster und offener für neue Inhalte. Dadurch können sie auch die deutsche Sprache schneller lernen. Gleichzeitig profitieren die einsprachig deutschsprachigen Kinder in besonderer Weise: Sie setzen sich bewusst mit Sprache auseinander, lernen unterschiedliche Sprachmelodien und Satzstrukturen kennen und entwickeln ein Verständnis für sprachliche Vielfalt. So eröffnet das Projekt allen Kindern neue Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten.
Unser Ziel bleibt dabei unverändert: Alle Kinder sollen im Kindergarten Deutsch lernen. Dieser Anspruch lässt sich sehr gut mit dem Ansatz des „Translanguaging“ verbinden, bei dem alle Sprachen wertgeschätzt und als Ressource verstanden werden.
Unser Projekt wird vom Staatsinstitut für Frühpädagogik und Medienkompetenz Bayern (IPF) wissenschaftlich begleitet. In Kürze wird in unserem Haus sogar ein Lehrfilm zu „Translanguaging“ entstehen. Darüber freuen wir uns sehr!
Ildiko Omelcenko
Stellv. Leitung


